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Was ist Hochbegabung?

Als hochbegabt werden Menschen bezeichnet, bei denen eine überragende intellektuelle Befähigung festgestellt wird.
Festgestellt wird diese zuverlässig durch einen Intelligenztest, von spezialisierten Psychologen durchgeführt, mit einem
Resultat von dem IQ von 130 und darüber.

Circa 2% der Menschen jedes Jahrgangs erreichen diesen Wert und können als hochbegabt bezeichnet werden.

 
Überdurchschnittlich intelligente (IQ ab 120) und hochbegabte (IQ ab 130) Kinder sind ihren Altersgenossen geistig um
Jahre voraus und haben dadurch nicht selten Schwierigkeiten in ihrer Umwelt.
Sie denken logisch, weitreichend, vernetzt und sehr schnell. Trotzdem erkennt man diese Kinder eher selten an sehr guten Schulnoten, aber fast immer durch einen Intelligenztest; durchgeführt von DiplompsychologInnen, die auf dem Gebiet der Intelligenztestung erfahren und qualifiziert sind.
Hochbegabte zeichnen sich durch großen Wortschatz, hohe Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Kreativität aus und haben ein hervorragendes Gedächtnis.
Denkgeschwindigkeit und -struktur ermöglichen es diesen Kindern, unkonventionelle Lösungswege zu finden.
Das hochbegabte Kind leidet häufig - oft schon im Kindergarten, oder später in der Schule - an ständiger geistiger
Unterforderung. Psychosomatische Erkrankungen (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen etc.) können die Folge sein.
ErzieherInnen oder LehrerInnen können die Anzeichen selten deuten. Das Thema Hochbegabung und die damit verbundene Problematik wird in ihrer Ausbildung meist nicht berücksichtigt.
Eher selten erkennt man diese hohe Begabung der Kinder an hervorragenden Schulnoten.
Oft wird durch Unterforderung und Langeweile das Gegenteil verursacht.
Die Kinder müssen individuell gefördert werden, womit viele Lehrer überfordert sind.
Oft ist das rechtzeitige Überspringen einer Klasse die nötige Konsequenz, die aber leider nicht immer von Seiten der Schule unterstützt wird.

Es gibt kein Patentrezept für das Erkennen hochbegabter Kinder. Jedoch wiederholen sich manche Merkmale bei
vielen Kindern.

Im Kindergarten kann ein hochbegabtes Kind auffallen, weil es

... sich für Dinge und Themen interessiert, für die es andere zu jung halten.
... schon sehr früh selbstständig rechnen und schreiben lernt.
... bei Interesse hochkonzentriert und zielgerichtet arbeiten kann.
... sich nicht in die Gruppe integriert, als Außenseiter erscheint und selbst das Gefühl hat "anders" zu sein.
... die meisten Spiele langweilig findet und stört, um wahrgenommen zu werden, oder sich zurückzieht.
... ständig unter Stress steht durch Lärm und Unruhe in der Gruppe.

In der Schule fällt das Kind auf, weil es

... den anderen weit voraus ist und immer mehr fordert.
... große Freude an schwierigen Aufgaben zeigt und gezielt mit dem Kopf arbeitet.
... "träumt" und zu langsam arbeitet, bei schwierigen Aufgaben jedoch schneller ist.
... sich als Klassenclown aufführt, um Aufmerksamkeit zu gewinnen.
... sich von Lehrern und Mitschülern nicht verstanden fühlt und sich zurückzieht.
... als Streber und Besserwisser gilt (Mobbing).
... trotz seiner hohen Intelligenz Leistung verweigert.
... an einfachen Aufgaben scheitert, verzweifelt, stört.

Dies wird von Lehrern oft als "soziale Unreife" ausgelegt.

In seiner Umgebung fällt das Kind auf, weil es

... an den altersüblichen Freizeitaktivitäten keinen Gefallen findet.
... altersunübliche Hobbys und Neigungen entwickelt.
... perfektionistisch mit hoher Erwartungshaltung an sich selbst oder andere ist.
... äußerst diskussionsfreudig und kritisch ist.
... anstelle körperlicher die geistig-verbale Auseinandersetzung bevorzugt.
... hochsensibel ist und mit extremen Verhaltensweisen auf Veränderungen im Alltag reagiert.
... intellektuell um Jahre voraus ist, gefühlsmäßig aber meist seinem Alter entsprechend reagiert.
... sich von seiner Umwelt isoliert fühlt, "richtige" Freunde sucht.
... sich über alles Gedanken macht und hinterfragt.
... Freundschaften zu wesentlich älteren Kindern pflegt.

Auch die Eltern hochbegabter Kinder werden oft nicht verstanden, weil

... Neid (bei guten Leistungen) entsteht.
... viele denken, die Eltern redeten sich die besondere Begabung ihres Kindes nur ein.
... viele argwöhnen, dass Eltern ihre Kinder zu Höchstleistungen "dressieren".
... viele meinen, dass Hochbegabte es einfacher haben und keine Beachtung benötigen.
... viele nicht wissen, dass ein hochbegabtes Kind für die anderen Familienmitglieder äußerst anstrengend sein kann, u.a. wegen seiner ständigen Diskussionsbereitschaft, Wissbegierde und schlechten schulische Leistungen.

 
 
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